BIOGRAPHIE HEIKO ZOLCHOW
- 1955 Heiko Zolchow wird in Berlin geboren
- 1971-1973 Ausbildung als Tischler
- 1972-1980 Teilnahme an den Mal- und Zeichenzirkel von Konrad Knebel und später von Christa und Lothar Böhme
- 1973-1979 Arbeit als Theater-Tischler im Maxim-Gorki-Theater, Berlin, erste Bühnenentwürfe für fiktive Inszenierungen
- 1976 Eheschließung mit Sabine Zolchow
- 1977 Geburt der Tochter Sophie
- 1978 Abendstudium an der Kunsthochschule Weißensee, abgebrochen
- 1978-1980 Schüler von Wolfgang Leber; Schwerpunkte sind Zeichnen und Drucktechniken
- 1979 Assistent des Bühnenbildners Hans Brosch für die Inszenierung von Shakespeares Ein Sommernachtstraum am Deutschen Theater, Regie: Alexander Lang. Das Bühnenbild wird verboten, da Brosch nach West-Berlin flieht.
- 1980 Geburt des Sohnes Georg.
- seit 1981 ist Heiko als freiberuflicher Maler und Grafiker, Mitglied im Verband Bildender Künstler, Mentoren sind Christa Böhme und Wolfgang Leber.
- 1981 Heiko Zolchow lernt den Schauspieler Dirk Nawrocki kennen
- 1981-1984 Arbeiten als freier Bühnen- und Kostümbildner an Theatern von Anklam, Schwerin, Zittau sowie an der Volksbühne Berlin.
- 1981 unter der Oberspielleitung von Frank Castorf in Anklam Beginn der Zusammenarbeit Zolchows mit dem Regisseur Herbert König, die sich in Zittau fortsetzt; deren Inszenierungen sind unter den kulturpolitischen Vorgaben nicht erwünscht und werden, wie auch Castorfs Arbeiten, nach wenigen Aufführungen abgesetzt, weitere Inszenierungen verhindert; daraufhin stellen König und Zolchow sowie sein Partner Nawrocki Ausreiseanträge aus der DDR.
- 1983 Einzelausstellung mit Malerei und Grafik Zolchows in der Galerie Berlin-Mitte, kuratiert von Brigitte Bayer.
- 1984 Heiko Zolchow reist mit seinem Freund Dirk Nawrocki, aus der DDR aus, beide werden für zwei Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus engagiert; Heiko setzt dort als Bühnen- und Kostümbildner seine Zusammenarbeit mit Herbert König fort.
- 1986-1987 Arbeiten mit König sowie den Regisseuren Rolf Stahl, Volker Hesse, Jürgen Kruse und Mark Zurmühle am Theater Basel, dem Bayerischen Staatsschauspiel sowie dem Theater Essen.
- 1987 Heiko Zolchow stirbt während der Vorbereitungen zu Königs Inszenierung Trommeln in der Nacht von Bertolt Brecht am 9. März im Alter von 31 Jahren in Berlin an Aids.
Gekommen war Heiko Zolchow in dieses Land [die BRD] wegen der zunehmenden Unmöglichkeit, dort [in der DDR] zu arbeiten, wo er wollte. Heiner Müllers Satz folgend: Talent ist das erste Privileg, das zweite ist, es zu benützen. Nie hat er seine Heimat Ostberlin vergessen: den Prenzlauer Berg, die Landschaft um Berlin, die er so brauchte. Seine Gedanken kehrten oft dorthin zurück. Reporterfrage in Düsseldorf: „Wie fühlen Sie sich hier?“ Antwort. „Oft sehr fremd. Als Ausländer.“
Herbert König
- Mai 1988 Gedenkausstellung mit Malerei und Grafik von Heiko Zolchow in der Galerie Franz Mehring beim Kunstamt Kreuzberg, kuratiert von Dirk Nawrocki; zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
- Oktober – Dezember 1990 Ausstellungsbeteiligung mit zwei Werken Zolchows in der Gruppen-Ausstellung Ausgebürgert. Künstler aus der DDR 1949-1989 , Albertinum zu Dresden und vom 10.1.-1.3.1991, Kleine Deichtorhalle, Hamburg; kuratiert von Werner Schmidt
- Mai 1997 Gedenkausstellung zum 10. Todestag von Heiko Zolchow in der galerie parterre beim Kulturamt Prenzlauer Berg mit Malerei, Grafik und Arbeiten zum Theater, kuratiert von Sabine Zolchow.
- November 2015 Ausstellungsbeteiligung mit vier Werken Zolchows in der Gruppen-Ausstellung Umfeld Böhme and beyond im Künstlerhaus Bethanien, kuratiert von Christoph Tannert.
- 2023 Im Theaterarchiv der Akademie der Künste Berlin wird das Heiko-Zolchow-Archiv mit künstlerischen Materialien der Theaterarbeiten sowie persönlichen Unterlagen eingerichtet.
- 2026 erscheint der Dokumentarfilm „AIDS – In Zeiten der Liebe“. Zentrales Thema des Films sind die Lebensgeschichten von Heiko Zolchow, Dirk Nawrocki und Bernhard Hoestermann.




